Hier wird die Tätigkeit des Küfers beleuchtet

Was war der Küfer Ühaupt

 

Beim Küferhandwerk handelt es sich um die traditionsreiche Kunst des Fassmachens, die bereits seit dem 7. oder 8. Jahrhundert angewandt wird. Durch das Interesse an Barrique-Weinen, das in den letzten Jahren sehr gestiegen ist, hat sich auch der Bedarf an Eichenholzfässern deutlich erhöht, und somit gleichermaßen der am Beruf des Küfers.

Die Bezeichnung des Küfers

 

Dass so manch einer mit dem Begriff "Küfer" vielleicht nicht viel anfangen kann, liegt wohl daran, dass es seit jeher viele verschiedene Formulierungen hierfür gibt. Denn die Bezeichnung "Küfer" wird eher im mittleren Deutschland verwendet, und leitet sich ab vom Wort "Kufen", einer Art tiefem, offenem Holzgefäß. Nennt man ihn in Südbayern "Schäffler" (von Wasch-Schaff), so ist er in Nordbayern wiederum unter dem Namen "Büttner" bekannt, weil dort Holzbottiche Bütten heißen. Und in Nord- und Ostdeutschland hingegen wird schon immer vom "Böttcher" (von Bottich) gesprochen. Im Ursprung gehörte zu den Aufgaben eines Küfers nicht nur die Herstellung der Fässer, sondern ebenfalls das Einkellern der Weine. Die direkte Zusammenarbeit mit dem Winzer lief Hand in Hand, und manchmal war die Grenze zwischen den beiden Berufen nicht ganz klar zu erkennen. Mit der Moderne hat sich das Berufsbild geändert, und wird nun ganz klar definiert.

Wesentliche Unterschiede der Arbeitsbereiche von Fassküfer und Weinküfer

 

Zum einen gibt es den Fassküfer, dessen offizielle Bezeichnung Böttcher lautet. Er fertigt und repariert die Holzfässer. Hier ist viel handwerkliches Geschick gefragt, denn auch heute noch sind die Hauptarbeitswerkzeuge Äxte, Hobeln und Schnitzmesser. Hiermit fertigt der Böttcher Dauben aus trocken gelagertem Holz, die anschließend zusammengesetzt werden. Er bindet die eisernen Fassreifen darum, und vernietet sie. Für gewölbte Fässer müssen die Dauben vorher mit heißem Dampf oder Wasser behandelt werden, um sie biegen zu können. Hier ist Präzision gefragt, um garantieren zu können, dass später alles dicht bleibt. Weiterhin gibt es noch den Weinküfer, dessen offizielle Bezeichnung seit 2013 Weintechnologe lautet. Seine Aufgabe ist es, die Trauben entgegen zu nehmen und ihr Mostgewicht zu überprüfen. Er beaufsichtigt die Kelterung der Lese, und überwacht den Gärprozess des Weines. Für diese Arbeit werden mittlerweile modernste technische Geräte eingesetzt; viele Arbeitsschritte sind computergesteuert. Das regelmäßige Verkosten jedoch bleibt selbstverständlich immer noch dem Menschen überlassen. Der Weintechnologe entscheidet, wann der Zeitpunkt angelangt ist, an dem der Wein seine optimale Reife erlangt hat, und abgefüllt wird. Beide Ausbildungen erfolgen im Dualen System. Nach der Prüfung hat ein Böttcher die Möglichkeit, eine Weiterbildung zum Meister zu machen. Weintechnologen können sich zum Weinküfermeister oder Weinmacher weiterbilden lassen.

Tradition bleibt erhalten

 

Der Modernisierung getrotzt hat die Tradition des Schäfflertanzes. Noch heute wird im bayrischen Raum alle sieben Jahre sechs Wochen lang gefeiert. Zu Ehren des Zunfttanzes tragen die Schäffler Kostüme in Form von roter Jacke, schwarzer Hose, weißen Strümpfen, Schnallenschuhen und grünem Hut. Nicht fehlen darf hier der Lederschurz, eine heute immer noch typische Arbeitsbekleidung des Schäfflers. Dieser Brauch wird schon seit Jahrhunderten von den Schäfflergesellen aufrecht erhalten und weiter verbreitet. Egal ob nun Böttcher oder Weintechnologe, bei beiden handelt es sich um interessante Berufe, die alte Tradition, jahrhundertelange Erfahrung und moderne Arbeitsmethoden miteinander kombinieren.

Ein Video vom A bis Z des Küfers

 

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